ein „Best of” zum 30jährigen Bühnenjubiläum
von und mit Einhart Klucke
Alle Krisen sind bewältigt, ob Wirtschaft oder Midlife. Deutschland wird von einer Frau regiert und Klucke hat die Rente durch. Soll man aufhören, wenn es am schönsten ist? Oder wenn die Hüfte weh tut? Oder doch weitermachen, um der drohenden Altersdepression entgegen zu wirken und Schwarz-Grün zu verhindern? Auf Kluckes Antworten darf man gespannt sein. Sie zeigen einmal mehr ein Leben, vom Kabarettisten gezeichnet. Vielleicht aber auch nur einen Kabarettisten, vom Leben gezeichnet...
Termine:
31. Januar 2012,
Beverungen (IGM Schule)
30. März 2012
Leimen
1. April 2012
St. Ingbert (Kulturbistro SoHo)
12. Mai 2012
Hamburg (geschl. Veranstaltung)
Ein Himmel für Menschen und Meerschweine
Gibt es einen Himmel? Ist Sterben schlimm? Auf diese Menschheitsfragen findet auch die aktuelle Produktion des Speyerer Kinder- und Jugendtheaters keine Antworten. Dennoch ist den Schauspielern [...] mit [...] „Adieu Herr Muffin” – inszeniert von Susanne Valter – eine überaus mutige und kindgerechte Auseinandersetzung mit dem Tod gelungen.
Mit vorsichtigen, kleinen Schritten trippelt Herr Muffin (Einhart Klucke) durch sein mittlerweile sieben Jahre währendes Rosetten-Meerschwein-Leben, das er mit dem ebenfalls siebenjährigen Mädchen (Christina Beeck) teilt. Während das Kind vom Großwerden träumt, frisst Herr Muffin an seiner Gurke und vergisst fortgesetzt, was er gerade getan hat. Das Mädchen schreibt Liebeserklärungen an sein Meerschweinchen, das die Briefe zum Vergnügen des Publikums weitgehend verspeist.
Angst und Erschrecken vor der Erkenntnis des baldigen Abschieds ihres Meerschweinchens vom Erdenleben spielt Beeck anrührend naiv und ohne jedes falsche Pathos. Klucke nimmt den jungen Besuchern mit seiner Darstellung von Alter, Krankheit und Sterben das Entsetzen vor dem Unausweichlichen.
In kurzen, intensiven Szenen bewegen sich die Schauspieler auf dem schmalen Grat zwischen Nähe und Abschied. Mucksmäuschenstill wird es im Alten Stadtsaal, als Herr Muffin von seinem guten Leben in seinem blauen Meerschweinhaus voller Futter und sogar mit einem Briefkasten berichtet, davon, dass er 7665 mal gestreichelt wurde und 728 Gurken verspeist hat, seine Frau „so schwarz wie die Nacht und so schön wie der Tag” war und sein sechstes Kind „Ferrari” heißt. Zwischen Streu, Heu und Kohlblättern überfällt das alte Meerschwein eine große Müdigkeit, aus der es zuletzt nicht mehr erwacht.
„Adieu Herr Muffin” erzählt vom Traurigsein, von Sehnsucht, großer Liebe und der Hoffnung auf einen Himmel für Menschen und Meerschweine. „Jetzt weißt Du mehr als wir, Herr Muffin,” stellt das Mädchen am Ende fest. Denn Herr Muffin weiß jetzt, was niemand mit Gewissheit sagen kann: „Wie es ist, wenn man stirbt.” Herr Muffin und das Mädchen haben gute, ehrliche Antworten zum Umgang mit dem Tod gefunden und gleichzeitig viel Gefühl für Trauer und Trost mitten auf die Bühne geholt.
Ellen Korelus-Bruder, Rheinpfalz
Termine:
12. Februar 2012
15 Uhr www.theater-speyer.de
13. Februar 2012
Kindergartenvorstellung
Als in den wilden sechziger und siebziger Jahren sozialisierter Altfreak kann Klucke es nach wie vor nicht lassen, wider den Stachel zu löcken. Also verrührt er obskure Bruchstücke seiner Biographie, seine skurrilen Ansichten und seine politischen Obsessionen zu einem gepfefferten Püree und serviert dies auf Demonstrationen, Konferenzen und Kundgebungen zusammen mit einer gehörigen Portion Selbstironie.
Termine:
15. Juni 2012
Stuttgart (geschl. Veranstaltung)