Klucke ist nichts heilig. Wie Till Eulenspiegel hält er unserem Alltag den Spiegel vor und schlägt die Fassade der Ernsthaftigkeit kurz und klein.
Auch vor dem eigenen Lager macht er nicht halt: Woher kommt die Arbeiterklasse? Wo will sie hin? Und müssen auf diesem Weg wirklich Satzungsfragen diskutiert werden?
Kluckes Lobgesänge auf die Verhältnisse sind berüchtigt. Daß es nichts zu loben gibt, hat er nicht zu verantworten. Daß er nicht singen kann, ist Schuld seines Musiklehrers. Der hat damals schon gesagt: „Klucke, Sie haben eine hervorragende Stimme zum Rindfleischessen.”
Alles zusammen ergibt eine Mischung aus Wahnwitz und Wortwitz an der Grenze zwischen Selbstmitleid und Selbstbefriedigung. Mitten aus dem Niemandsland zwischen allen Stühlen ...
Einhart Klucke (Jahrgang 1947) war Lehrer, danach 10 Jahre lang Clown und schließlich Gewerkschaftssekretär. Deshalb macht er jetzt Kabarett und schreckt auch vor obskuren Moderationen und skurrilen Performances nicht zurück.
Anfragen für alle Programme: Einhart@kunstklucke.de
Gelungene Premiere für „Adieu Herr Muffin” im Alten Stadtsaal in Speyer - Theaterstück über Alter, Liebe und Tod für Kinder ab vier Jahren
Von Ellen Korelus-Bruder
Gibt es einen Himmel? Ist Sterben schlimm?Auf diese Menschheitsfragen findet auch die aktuelle Produktion des Speyerer Kinder- und Jugendtheaters keine Antworten. Dennoch ist den Schauspielern am Sonntagnachmittag mit der Premiere von „Adieu Herr Muffin” - inszeniert von Susanne Valter - eine überaus mutige und kindgerechte Auseinandersetzung mit dem Tod gelungen.
Mit vorsichtigen, kleinen Schritten trippelt Herr Muffin (Einhart Klucke) durch sein mittlerweile sieben Jahre währendes Rosetten-Meerschwein-Leben, das er mit dem ebenfalls siebenjährigen Mädchen (Christina Beeck) teilt. Während das Kind vom Großwerden träumt, frisst Herr Muffin an seiner Gurke und vergisst fortgesetzt, was er gerade getan hat. Das Mädchen schreibt Liebeserklärungen an sein Meerschweinchen, das die Briefe zum Vergnügen des Publikums weitgehend verspeist.
Angst und Erschrecken vor der Erkenntnis des baldigen Abschieds ihres Meerschweinchens vom Erdenleben spielt Beeck anrührend naiv und ohne jedes falsche Pathos. Klucke nimmt den jungen Besuchern mit seiner Darstellung von Alter, Krankheit und Sterben das Entsetzen vor dem Unausweichlichen.
In kurzen, intensiven Szenen bewegen sich die Schauspieler auf dem schmalen Grat zwischen Nähe und Abschied. Mucksmäuschenstill wird es im Alten Stadtsaal, als Herr Muffin von seinem guten Leben in seinem blauen Meerschweinhaus voller Futter und sogar mit einem Briefkasten berichtet, davon, dass er 7665 mal gestreichelt wurde und 728 Gurken verspeist hat, seine Frau „so schwarz wie die Nacht und so schön wie der Tag” war und sein sechstes Kind „Ferrari” heißt. Zwischen Streu, Heu und Kohlblättern überfällt das alte Meerschwein eine große Müdigkeit, aus der es zuletzt nicht mehr erwacht.
„Adieu Herr Muffin” erzählt vom Traurigsein, von Sehnsucht, großer Liebe und der Hoffnung auf einen Himmel für Menschen und Meerschweine. „Jetzt weißt Du mehr als wir, Herr Muffin,” stellt das Mädchen am Ende fest. Denn Herr Muffin weiß jetzt, was niemand mit Gewissheit sagen kann: „Wie es ist, wenn man stirbt.” Herr Muffin und das Mädchen haben gute, ehrliche Antworten zum Umgang mit dem Tod gefunden und gleichzeitig viel Gefühl für Trauer und Trost mitten auf die Bühne geholt.
Reime, Verse, KataStrophen
Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Sagt der Volksmund. Und der muss es wissen. Heißt das etwa, Klucke singt gar nicht? Schließlich sagte schon sein Musiklehrer: „Klucke, Sie haben eine vorzügliche Stimme zum Rindfleischessen.” Oder ist Klucke ein herzensguter Mensch und hat einen bunten Strauß Lieder im Gepäck, mit dem er seine Zuhörer dahinschmelzen läßt? Motto: Keine Zähne im Maul, aber La Paloma pfeifen....
Mit Einhart Klucke (Rindfleisch) und Andreas Rathgeber (Salz und Pfeffer)
Ein aufgeweckter Heimatabend für nimmermüde Nachtschwärmer und putzmuntere Langschläfer
Frühaufsteher Einhart Klucke bringt seiner Lebensabschnittsheimat, der urbanen Perle des Oberrheingrabens, eine ausgeschlafene Liebeserklärung der besonderen Art dar....
Im Jubiläumsjahr 2007 wurden bei diversen offiziösen Anlässen zahlreiche Mannheimer durch dieses Programm wachgerüttelt...
Fundstücke und Fertigware
Einhart Klucke liebt Kunst, die eigentlich gar keine Kunst ist.
Aus Alltagsgegenständen, die es in jedem Baumarkt oder Haushalts-Warengeschäft zu kaufen gibt, fertigt er bevorzugt seine Kunstwerke. Mit Witz und Ironie werden die Gegenstände in einen neuen, ungewohnten Zusammenhang gebracht – ganz in der Tradtion der berühmten „Readymades”.
Folklore aus Absurdistan
Einhart Klucke und Martin Bärenz sind das Duo Dadacapo.
Seit 1994 pflegen sie in unregelmäßigen Abständen unverdrossen den Dadaismus - eine Kunstform des frühen letzten Jahrhunderts, die dann in den 80er Jahren durch das Kabelfernsehen abgelöst wurde. Mit Texten u.a. von Kurt Schwitters, Hugo Ball und Einhart Klucke und Musik von Satie bis Bärenz versuchen die beiden, Bestsellerautoren wie Bohlen, Küblböck oder Naddel kulturell das Wasser abzugraben.
Es lesen Einhart Klucke & Tom Hartmann
Hans Reffert liefert dazu den passenden Soundtrack
Infos zur Lesung auf www.tig7.de
Schauspiel nach dem gleichnamigen Film von Aki Kaurismäkki
„I hired a contract killer” ist die skurrile Geschichte von einem Mann, der einen Auftragskiller für sich selbst engagiert und ihn dann, frisch verliebt, wieder loswerden möchte. Henri führt ein trostloses, einsames Leben zwischen Bett und Büro. Kein Alkohol, keine Frauen. Ein ewiger Verlierer. Nach 15 Jahren wird er über Nacht arbeitslos. Unfähig, seinem trostlosen Leben selbst ein Ende zu setzen, heuert er einen Profikiller an. Doch bevor es zur finalen Begegnung mit seinem Mörder kommt, findet Henri wieder gefallen am Leben. Der Grund: Margaret, das Blumenmädchen. Seinen Killer aber wird er nicht mehr los. Eine wahrhaft tragikomische Konstellation für 90 musik- und ereignisreiche Theaterminuten.
Mit: Rike Schweizer, Jörg Fischer, Dieter Hoffmann, Einhart Klucke, Martin Kornmeier, Peter Lampe
Regie: Peter Klein
Musikalische Leitung: Peter Lampe
Ausstattung: Anke Niehammer
Weitere Infos auf www.tig7.de
Wiederaufnahme im Herbst 2010 geplant